Göttingen gründet Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen mit klaren Zielen
Fatima TrubinGöttingen gründet Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen mit klaren Zielen
Neues Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen in Göttingen gegründet
In Göttingen hat sich ein neuer Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen konstituiert. Die als gemeinnütziger Verein eingetragene Organisation vereint elf lokale Wohnprojekte unter einem Dach. Ihr erstes öffentliches Event, ein Erzählcafé, fand am 15. März im OM10 statt.
Die Wurzeln des Verbands reichen bis in die Jahrzehnte währenden Wohnkämpfe Göttingens zurück. Bereits in den 1970er-Jahren entstand das Projekt Kreuzbergring 10/12 (KBR10/12) als besetzter Wohnraum, entwickelte sich später zu einer studentischen Selbstverwaltung und ging 2021 schließlich vollständig in den Besitz der Bewohner:innen über. Auch andere Projekte wie Bürgerstraße 50a sowie Goßlerstraße 17/a und 21 wurden im Laufe der Zeit zu rein genossenschaftlichen oder bewohnergeführten Wohnformen.
Zwei zentrale Ziele prägen die Arbeit des Verbands: die Unterstützung neuer Wohninitiativen und die Verhinderung der Reprivatisierung bestehender Projekte. Er fungiert als zentrale Anlaufstelle für Ratsuchende in Wohnfragen und bietet praktische Hilfe an. Jedes Mitglied zahlt einen jährlichen Solidaritätsbeitrag, aus dem bei Bedarf Gutachten oder Notfallkredite finanziert werden.
Die Gründung folgt auf jahrelange lokale Wohnkämpfe, darunter die Kampagne "Bleiben ist alles" von 2007 und die Auseinandersetzungen um selbstverwaltetes Wohnen 2017. Die Satzung des Verbands wird nun in den Mitgliedprojekten verankert – als Schutzmechanismus, um die langfristige Stabilität von bewohnergetragenem Wohnraum zu sichern.
Der Dachverband bündelt elf Wohnprojekte in Göttingen und der Region. Durch den gemeinsamen Austausch von Ressourcen und Fachwissen will er bezahlbaren, selbstverwalteten Wohnraum für die Zukunft sichern. Mit dem ersten öffentlichen Auftritt begann eine koordiniertere Ära der Wohnraumfürsprache in der Region.






