26 March 2026, 06:25

Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum Verlage, Buchhändler und KZ-Überlebende protestieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern ├Ąußerhalb des Kanzleramts in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Geb├Ąuden im Hintergrund.

Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum Verlage, Buchhändler und KZ-Überlebende protestieren

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht wegen einer Reihe umstrittenener Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Seine jüngsten Schritte haben Proteste von Verlagen, Buchhändlern und sogar Überlebendengruppen ehemaliger Konzentrationslager ausgelöst. Trotz des wachsenden Drucks haben sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch CDU-Chef Friedrich Merz ihm öffentlich Rückendeckung gegeben.

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Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte Weimer scharf, nachdem er die Verleihung des Deutschen Buchpreises abgesagt hatte. Zudem wurde bekannt, dass er Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz überprüfen ließ, was zu deren Ausschluss von der Preisvergabe führte. Diese Maßnahmen stießen in der Literaturszene auf breite Ablehnung.

Weimer gerät zudem in die Schlagzeilen, weil ihm Medien vorwerfen, die Direktorin der Berlinale, Tricia Tuttle, absetzen zu wollen. Zudem stieß er mit Plänen für einen Baustopp bei der Erweiterung der Nationalbibliothek Leipzig auf Widerstand – was die Unzufriedenheit weiter schürte.

Die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Gemeinschaft der Zwangsarbeiter von Buchenwald-Dora forderten Weimer auf, als Redner bei der Gedenkfeier zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers zurückzutreten. Ihr Appell unterstreicht, wie tief die Ablehnung seiner Einmischung in kulturelle und historische Belange reicht.

Trotz der Kontroversen betonte Friedrich Merz im Bundestag, Weimer genieße nach wie vor sein Vertrauen. Auch der Kanzler verteidigte den Minister und argumentierte, viele seiner Kulturinitiativen würden auf breite öffentliche Zustimmung stoßen. Die Bundesregierung unterstrich diese Haltung: Regierungssprecher Steffen Meyer erklärte, Weimer übe sein Amt mit voller Rückendeckung der Regierung aus.

Die Debatte um Weimers Führung bleibt ungelöst – ein Rücktritt ist trotz mehrfacher Forderungen nicht in Sicht. Seine Entscheidungen zu Buchpreisen, der Aufsicht über Filmfestivals und Bibliotheksprojekten bleiben umstritten. Die uneingeschränkte Unterstützung der Regierung deutet darauf hin, dass der Streit vorerst weitergehen wird.

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