Mercedes-Benz fordert längere Arbeitszeiten – Streit um die 35-Stunden-Woche
José MartinMercedes-Benz fordert längere Arbeitszeiten – Streit um die 35-Stunden-Woche
Mercedes-Benz gerät unter Druck wegen der Arbeitskosten in Deutschland
Martin Brudermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, hat längere Arbeitszeiten vorgeschlagen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken. Der Vorstoß löst innerhalb des Konzerns und bei den Arbeitnehmervertretern eine Debatte aus.
Aktuell arbeiten die Beschäftigten bei Mercedes-Benz eine 35-Stunden-Woche. Brudermüller argumentiert, dass eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche die Kosten senken und die globale Konkurrenzfähigkeit sichern würde. Die strukturellen Lohnkosten in Deutschland lägen seiner Ansicht nach über denen anderer Länder.
Das Unternehmen prüft derzeit Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern. Es gibt Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, doch konkrete Verhandlungen über eine Änderung der bestehenden 35-Stunden-Woche sind nicht geplant. Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, lehnt jede Ausweitung der Arbeitszeit ohne zusätzliche Bezahlung ab.
Lümali zweifelt zudem daran, dass unbezahlte Mehrarbeit das Problem der unterausgelasteten deutschen Werke lösen würde. Die Tarifverhandlungen bleiben Sache der IG Metall und der Arbeitgeberverbände, sodass auf Unternehmensebene derzeit keine Gespräche möglich sind.
Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen Kostensenkungsmaßnahmen und Arbeitnehmerrechten. Während Mercedes-Benz weiter nach Effizienzsteigerungen sucht, wehren sich die Arbeitnehmervertreter gegen Veränderungen der aktuellen Arbeitsbedingungen. Die 35-Stunden-Woche bleibt vorerst unverändert.
