26 April 2026, 12:31

Neue Spritpreis-Regelung treibt Gewinne der Ölindustrie – doch Verbraucher profitieren nicht

Ein gestapelter Bereichsdiagramm zeigt den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040, unterteilt in vier Brennstoffquellen mit prozentualer Aufschlüsselung.

Neue Spritpreis-Regelung treibt Gewinne der Ölindustrie – doch Verbraucher profitieren nicht

Eine neue Regelung in Deutschland, die Tankstellen erlaubt, die Spritpreise alle zwölf Stunden anzupassen, hat zu höheren Gewinnen in der Ölindustrie geführt. Die am 1. April eingeführte Änderung sollte den Wettbewerb stärken, trieb jedoch stattdessen die Margen der Kraftstoffhändler in die Höhe. Experten stellen nun infrage, ob die Reform ihr eigentliches Ziel erreicht hat.

Forscher analysierten Preisdaten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe (MTS-K) und verglichen die beiden Wochen vor und nach der Reform. Dabei zeigte sich, dass sich die Gewinnspannen bei Superbenzin im Schnitt um sechs Cent pro Liter erhöhten – gemessen an den Nettopreisen im Einzelhandel im Vergleich zu den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA).

Besonders stark stiegen die Preise bei kleineren Ketten und unabhängigen Betreibern, während große Tankstellenkonzerne nur moderate Erhöhungen verzeichneten. In Süddeutschland waren die Auswirkungen am deutlichsten spürbar, was unter anderem auf höhere Durchschnittseinkommen sowie regionale Unterschiede in den Lieferketten und der Rohölbeschaffung zurückzuführen ist.

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Experten verweisen auf uneinheitliche Ergebnisse. Leona Jung vom Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) betonte, dass das Reformpaket die Gesamtpreisniveaus nicht gesenkt habe, während die Margen bei Benzin deutlich stiegen. Jacob Schildknecht vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergänzte, dass die Dieselspannen zu stark schwankten, um klare Schlussfolgerungen zu ziehen – allerdings deuten Anzeichen darauf hin, dass auch Diesel betroffen sein könnte. Justus Haucap, Direktor des DICE, erklärte, dass die Wirkung der Reform stark von den lokalen Marktstrukturen und dem Wettbewerbsniveau abhänge.

Die Studie zeigt, dass die Zwölf-Stunden-Preisregelung bisher vor allem den Kraftstoffhändlern zugutekam – nicht jedoch den Verbrauchern. Während die Benzinmargen, insbesondere bei kleineren Anbietern, stiegen, ließ sich bei Diesel kein klarer Trend erkennen. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob die Reform die Marktgerechtigkeit verbessert oder schlicht die Branchengewinne gesteigert hat.

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