Schulze fordert härtere Bürgergeld-Regeln wegen Arbeitskräftemangels in Sachsen-Anhalt
Nikolaus FreudenbergerSchulze fordert härtere Bürgergeld-Regeln wegen Arbeitskräftemangels in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) fordert schärfere Regeln für das deutsche Bürgergeld. Er argumentiert, zu viele Menschen erhielten Leistungen, ohne etwas zurückzugeben. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Region mit Arbeitskräftemangel in Schlüsselbranchen wie der Landwirtschaft kämpft.
Schulze wies auf ein Missverhältnis zwischen offenen Stellen und arbeitslosen Bürgergeld-Empfängern hin. In Sachsen-Anhalt bleiben Tausende Jobs unbesetzt, während viele Arbeitsfähige sich gegen eine Tätigkeit entscheiden. Besonders in der Erntesaison kämen die meisten Helfer aus Osteuropa – nicht aus den Reihen der lokalen Bürgergeld-Bezieher.
Der Ministerpräsident bezeichnete das aktuelle System als ungerecht – sowohl für Steuerzahler als auch für diejenigen, die trotz Widrigkeiten hart arbeiten. Er strebt Reformen an, die sich gegen Personen richten, die arbeiten könnten, es aber ablehnen. Sein Vorschlag zielt darauf ab, dass Leistungsbezieher aktiv beitragen, wenn es ihnen möglich ist.
Schulze betonte, das System solle Teilhabe fördern statt passive Abhängigkeit. Er fragte, warum bestehende Bürgergeld-Empfänger verfügbare Stellen – vor allem in arbeitsintensiven Branchen – nicht besetzen. Der Reformaufruf konzentriert sich darauf, die Leistungen stärker an Arbeitsanforderungen zu knüpfen. Schulz’ Plan würde vor allem diejenigen betreffen, die als voll erwerbsfähig gelten, aber derzeit inaktiv sind. Bei Umsetzung könnten die Änderungen das Verhältnis von Sozialleistungsbeziehern zum Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern.






