26 March 2026, 10:23

Verbeamtung von Lehrkräften: Brandenburg will Beamtenstatus abschaffen – Berlin hält dagegen

Altes Buch mit einer Illustration eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun, Text lautet "Deutsche Schule in den Niederlanden, 1777".

Verbeamtung von Lehrkräften: Brandenburg will Beamtenstatus abschaffen – Berlin hält dagegen

Die Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften in Deutschland ist neu entfacht, nachdem Brandenburgs neuer Bildungsminister Signalbereitschaft gezeigt hat, den Beamtenstatus für Pädagogen abzuschaffen. Die Frage soll nun auf Bundesebene diskutiert werden, wobei Sachsen auf eine einheitliche Regelung in allen Bundesländern drängt. Währenddessen hält Berlin an seiner jüngsten Entscheidung fest, die Verbeamtung wieder einzuführen, während in Brandenburg der Anteil nicht verbeamteter Lehrkräfte in den Schulen steigt.

2023 führte Berlin als eines der letzten Bundesländer die volle Verbeamtung von Lehrern wieder ein – eine Maßnahme, die von Senatorin Katharina Günther-Wünsch vorangetrieben wurde. Die Bildungsbehörde der Stadt hat seitdem ausgeschlossen, die Politik erneut zu überprüfen, und betont, dass die Entscheidung nach wie vor richtig sei. Dies steht im deutlichen Kontrast zu Brandenburg, wo der Anteil der Lehrkräfte mit regulären Arbeitsverträgen – und nicht auf Beamtenbasis – von 24,2 % im Schuljahr 2020/21 auf 31,1 % im Schuljahr 2025/26 stieg. Fast ein Fünftel davon waren Quereinsteiger, was einen Wandel in den Einstellungspraktiken verdeutlicht.

Sachsen, das 2019 damit begann, Lehrkräften den Beamtenstatus zu gewähren, vertritt nun die gegenteilige Position. Bildungsminister Conrad Clemens verwies auf finanzielle Belastungen, darunter hohe Pensionsrückstellungen für verbeamtete Lehrkräfte, als Gründe, das System zu überdenken. Sein brandenburgischer Amtskollege, der CDU-Minister Gordon Hoffmann, zeigte sich offen für Sachsens Vorschlag – allerdings nur unter der Bedingung, dass alle Bundesländer die Änderung gemeinsam umsetzen. Der Deutsche Lehrerverband warnt jedoch, dass der Beamtenstatus eine stärkere verfassungsmäßige Loyalität fördere – ein Aspekt, der angesichts wachsender extremistischer Bedrohungen an Bedeutung gewinnt.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird das Thema auf Antrag Sachsens am Donnerstag behandeln. Bisher hat kein weiteres Bundesland Pläne bestätigt, Berlins Wiedereinführung von 2023 oder Sachsens Forderung nach Abschaffung zu folgen.

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Das KMK-Treffen wird entscheiden, ob Deutschland zu einer einheitlichen Regelung bei der Lehrerverbeamtung gelangt oder das aktuelle Flickwerk aus länderspezifischen Vorschriften beibehält. Brandenburgs steigender Anteil nicht verbeamteter Lehrkräfte und Sachsens Haushaltsbedenken deuten darauf hin, dass finanzielle und strukturelle Faktoren die Debatte vorantreiben. Jede Entscheidung zur Abschaffung der Verbeamtung würde einen Konsens erfordern – wie es Hoffmanns Bedingung einer einheitlichen Umsetzung zeigt.

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