Oldenburgs dunkles Erbe: Wie eine NS-Propagandistin das Haus für Medienkunst prägte
Oldenburgs dunkles Erbe: Wie eine NS-Propagandistin das Haus für Medienkunst prägte
Oldenburg setzt sich mit der NS-Vergangenheit von Edith Ruß auseinander – ihrer Stifterin, deren Vermögen das Haus für Medienkunst finanzierte. Eine neue Ausstellung mit dem Titel "Die Stifterin, der Nationalsozialismus und das Haus" untersucht ihre Rolle als Propagandistin und NSDAP-Mitglied. Die Schau ist der vorläufige Höhepunkt jahrelanger Debatten über ihr Erbe und die für 2025 geplante Umbenennung der Institution.
Edith Ruß trat 1941 in die NSDAP ein und leitete ab 1943 bis Kriegsende die Kulturredaktion einer NS-Zeitung. Dennoch stilisierte eine 1993 im Auftrag der Stadt erstellte Biografie sie zu einer eher unbedeutenden Kulturförderin – ihre Mitgliedschaft wurde heruntergespielt. Erst ihr Vermächtnis von knapp zwei Millionen D-Mark ermöglichte 2000 die Eröffnung des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst.
Die Ausstellung zeigt nun ihre originalen NS-Presseausweise, den Parteiausweis sowie propagandistische Artikel. Enthüllt wird auch eine gefälschte eidesstattliche Versicherung, mit der sie ihrem früheren Vorgesetzten Herbert Heitz bei dessen Entnazifizierungsverfahren half. Der vom Historiker Joachim Tautz im Auftrag der Stadt erstellte Bericht kommt zu dem Schluss, Ruß sei eine "überzeugte Nationalsozialistin" gewesen – und widerlegt damit die These eines späteren moralischen Wandels.
Ihr durch Steuerhinterziehung mitaufgebauter Reichtum bleibt umstritten. Die Schau kontrastiert ihr Leben mit dem der Widerstandskämpferin Traute Lafrenz und der jüdischen NS-Opfer Erna Gellert – und zeigt so, dass Widerstand gegen das Regime möglich war. Lokale Politiker von CDU und FDP argumentieren hingegen, ihre Nachkriegstätigkeit als Sonderpädagogin belege einen Bruch mit der Vergangenheit.
Das Haus für Medienkunst hat sich mittlerweile von Ruß distanziert und bezeichnet die Ausstellung als "Abschluss" der Auseinandersetzung mit ihrem Erbe. Kritiker monieren jedoch, dass die Verbindungen zwischen dem Isensee Verlag – der die NS-Zeitung druckte – und der eigenen Institution ausgeblendet bleiben.
Bis zum 1. März 2026 präsentiert die Schau Dokumente, Skulpturen und künstlerische Reflexionen über institutionelle Verantwortung. Sie folgt auf die für 2025 beschlossene Umbenennung des Gebäudes in Haus für Medienkunst Oldenburg. Die Aufarbeitung von Ruß' NS-Vergangenheit erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über rechtsextreme Tendenzen und der Notwendigkeit, sich lokalen NS-Geschichten zu stellen.
FC Bayern München enthüllt Hymne Road to Budapest vor Topspiel gegen Atalanta Bergamo
Mit einer neuen Hymne und ungeschlagener Bilanz in der Champions League startet der FC Bayern in die heiße Phase. Doch erst muss Atalanta Bergamo bezwungen werden – der Weg nach Budapest ist noch lang.
Salzgitter revolutioniert Stahlproduktion mit CO₂-sparendem Mega-Pfahl-System
Eine 13 Meter tiefe Baugrube, 110 Mega-Pfähle und ein neues Zementrezept: Wie Salzgitter mit kreativem Ingenieurswissen die Stahlindustrie nachhaltiger macht. Die Zahlen sprechen für sich.
Vom Torwart des FC Augsburg zum CSU-Nachrücker in Stadtbergen
Ein Torwart, der Türen öffnet: Andreas Luthe wechselt vom Fußballplatz in die Politik. Wie der Ex-Profi des FC Augsburg die CSU überzeugt – und was Markus Söder damit zu tun hat.
Judith Hermanns neuer Roman enthüllt Familiengeheimnisse der Waffen-SS
Wie geht eine Enkelin mit dem SS-Erbe ihres Großvaters um? Judith Hermanns Roman stellt unbequeme Fragen – und wird in Leipzig lebhaft diskutiert. Ein Buch, das unter die Haut geht.
VW Osnabrück steht vor ungewisser Zukunft: Rüstungsproduktion als Rettung?
Vom Auto zum Panzer? Volkswagen lotet radikale Wege aus, um das Werk Osnabrück zu retten. Doch die Zeit drängt – und die Zukunft von 2.300 Mitarbeitern hängt in der Schwebe. Ohne Bezug zum Artikel entfernt: VfL Osnabrück
ICE kollidiert mit Autoreifen und Kinderfahrzeug – Polizei ermittelt wegen Sabotageverdachts
Ein Hochgeschwindigkeits-ICE raste in einen Reifen und ein Kinderfahrzeug – war es Vorsatz? Die Ermittler suchen dringend nach Hinweisen. Die Bahn reagiert mit schärferen Sicherheitsvorkehrungen.
Gedenken an Hanau: Film und Diskussion gegen Rassismus im Big House Neuwied
Vier Jahre nach dem Anschlag von Hanau fragt ein Film: Wie geht Deutschland mit rassistischer Gewalt um? Im Big House Neuwied gibt es Raum für Antworten – und für Solidarität.
TSG Hoffenheim wählt André Kreuzwieser zum neuen Ersten Vorsitzenden
Ein klarer Kurswechsel bei der TSG: Mit einem neuen Vorsitzenden und einem jungen Stürmer-Talent startet Hoffenheim durch. Was bedeutet das für die Zukunft des Vereins?
Gemeinsame Polizeistreifen auf der A2: Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kooperieren gegen Geisterfahrer und Raser
Grenzüberschreitende Teamarbeit auf der A2: Wie die Polizei mit gemischten Streifen gegen Raser und Geisterfahrer vorgehen will. Die Zahlen zeigen – nicht alle Gefahren sind gebannt.
Franz Josef Wagner stirbt mit 82 – das Ende einer Ära des Bild-Journalismus
Sein letzter Brief an einen Heiligen überrascht – doch sein Erbe bleibt umstritten. Wie Wagner mit Witz und Wut die Bildzeitung zur Stimme der Provokation machte.
Notfallzulassung für Herbizid Permit: Bauern kämpfen gegen invasives Zypergras auf 300.000 Hektar
Das Gelbe Zypergras bedroht Mais und Kartoffeln – jetzt setzen Bauern auf das Herbizid Permit. Doch strenge Auflagen gelten pro Hektar und Anwendung.
"Grünes Herz Ebertal": Bürgerbeteiligung für das neue Viertel am 12. März 2026
Wie wird das neue grüne Zentrum in Ebertal aussehen? Am 12. März 2026 können Anwohner:innen Ideen einbringen – und die Zukunft ihres Viertels mitgestalten. Die Veranstaltung verspricht spannende Einblicke in Wettbewerbsentwürfe, Sicherheitskonzepte und bereits umgesetzte Maßnahmen.