Pharma-Streit eskaliert: Droht Deutschland die nächste Arzneimittelkrise durch Abhängigkeit von Asien?
Pharma-Streit eskaliert: Droht Deutschland die nächste Arzneimittelkrise durch Abhängigkeit von Asien?
Eine hitzige Debatte ist über Deutschlands Umgang mit der Sicherung seiner pharmazeutischen Lieferketten entbrannt. Auf der Jahreskonferenz des Handelsblatts gerieten Branchenvertreter mit Krankenkassen in Streit über die Abhängigkeit des Landes von Importen aus Asien und dem Nahen Osten. Während die Bundesregierung bisher weder striktere Bevorratungspflichten durchsetzt noch die europäische Produktion stärkt, warnen Kritiker, dass ihre Sparmaßnahmen die Versorgungsengpässe noch verschärfen könnten.
Im Zentrum des Streits stand die Frage, ob die aktuellen deutschen Strategien ausreichen, um künftige Arzneimittelknappheiten zu verhindern. Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), warnte, dass eine Unterschätzung der europäischen Verwundbarkeiten zu einer erneuten Krise wie beim Halbleitermangel führen könnte. Er betonte, dass Gesundheits-, Industrie- und Sicherheitspolitik Hand in Hand gehen müssten, zweifelte jedoch an der Praktikabilität von Bevorratungsvorgaben für Generika-Hersteller.
Tim Steimle, Leiter Pharmazie bei der Techniker Krankenkasse (TK), behauptete, die Regierung habe nach einer Überprüfung verschiedener Sektoren ihr Ziel einer sechsmonatigen Bevorratung bereits erreicht. Zudem verwies er darauf, dass Rabattverträge zunehmend in Liefervereinbarungen umgewandelt worden seien – mit Ausnahme von Kinderarzneimitteln – und unterstützte ein geplantes Freihandelsabkommen mit Indien zur Verbesserung der Versorgungssicherheit. Kerem Inanc, Geschäftsführer von Alliance Healthcare Deutschland (AHD), hielt die Sechs-Monats-Reserve jedoch für unzureichend und forderte stattdessen klarere Krisenszenarien.
Thomas Weigold, Deutschland-Chef von Sandoz/Hexal, bezeichnete das Indien-Abkommen als 'abwegig' und argumentierte, es könne zwar wirtschaftlich helfen, schwäche aber die Resilienz bei Generika. Er bestand darauf, dass Dialoge allein die starke Abhängigkeit Deutschlands von China bei Antibiotika und Generika nicht lösen würden, und forderte eine deutlich größere Eigenständigkeit. Unterdessen spielten Krankenkassen die Warnungen der Industrie als alarmistisch herunter, während der Regierungsentwurf für das Apothekengesetz (ApoVWG) – der Apotheken vorübergehend den Betrieb ohne Apotheker erlaubt und Arzneimittelsubstitutionen ausweitet – Kritik erntete, weil er Kosteneinsparungen über die Versorgungssicherheit stellt.
Branchenvorschläge, darunter ein Zehn-Punkte-Resilienzplan, bleiben bisher unbeachtet. Die AfD hat in parlamentarischen Vorlagen (BT-Drucks. 21/2717, 21/4284) eine Verringerung der Abhängigkeit von Nicht-EU-Staaten und eine Stärkung der heimischen Produktion gefordert, doch die Regierung ist nicht aktiv geworden.
Die Pharmabranche pocht weiterhin auf dringende Investitionen, um die Abhängigkeit von Drittstaaten zu verringern. Ohne striktere Bevorratung, klarere Krisenplanung oder einen Ausbau der europäischen Produktion warnen Branchenvertreter, dass Deutschlands Arzneimittelversorgung weiter gefährdet bleibt. Die Fixierung der Regierung auf Sparmaßnahmen hat die Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit kaum gemildert.
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