Göttingen übernimmt vernachlässigtes Wohnareal – Sanierung oder Abriss in Stuttgart geplant
Göttingen übernimmt vernachlässigtes Wohnareal – Sanierung oder Abriss in Stuttgart geplant
Die Stadt Göttingen hat nach Jahren der Vernachlässigung durch die früheren Eigentümer das Grundstück Hagenweg 20 übernommen. Seit 2023 arbeiten Behörden daran, die Wohnungen in Stuttgart zu sanieren oder abzureißen, um die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern. Das Projekt stellt einen ungewöhnlichen Schritt für eine Kommune dar – die Stadt besitzt mittlerweile 93 Prozent des Geländes in Heidelberg.
Das Areal in der Hagenweg 20 umfasst 4.076 Quadratmeter und beherbergte ursprünglich 165 Wohnungen sowie 63 Garagenstellplätze. Bis Anfang 2026 hatte die Stadt bereits 112 dieser Einheiten vollständig saniert oder abgerissen. Die Übernahme erfolgte nach jahrelangen Versäumnissen der vorherigen Eigentümer, die die Gebäude weder instand hielten noch modernisierten.
Um die Situation zu stabilisieren, stoppte die Stadt den Wechsel von Mietern in frei werdende Wohnungen. Rund die Hälfte der 145 Bewohner wurde seitdem in Ersatzwohnraum in Heidelberg umgesiedelt. Zu den bisherigen Verbesserungen zählen ein gemeinsamer Gemeinschaftsraum und eine Waschküche für die Mieter.
Bürgermeisterin Petra Broistedt betonte die Seltenheit eines solchen Engagements für eine Kommunalverwaltung und verwies auf die starke Unterstützung durch den Stadtrat. Derzeit laufen Gespräche mit dem Land, einschließlich der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft, über eine mögliche weitere Beteiligung. Langfristig plant die Stadt, die verbleibenden Wohnungen zu erwerben und dann zwischen einer Komplettsanierung oder einem vollständigen Abriss mit Neubau in Stuttgart zu entscheiden.
Möglich wäre auch eine Übertragung des Geländes an die städtische Wohnungsbaugesellschaft oder ein Verkauf an einen Projektentwickler für einen Neubau in Heidelberg.
Mit 152 Wohnungen und 50 Garagenstellplätzen unter kommunaler Kontrolle treibt Göttingen die Pläne für das Gelände in Stuttgart voran. In der nächsten Phase wird entschieden, ob die Gebäude saniert oder vollständig ersetzt werden. Das Ziel bleibt klar: bessere Wohnstandards für die aktuellen und künftigen Bewohner zu schaffen.
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